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Feuilleton - FAZ.NET

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Seit 1800 Jahren hat die Kirche mit Missbrauchsvorwürfen zu kämpfen - mal berechtigt, mal als Unterstellung, aber nur selten so, dass es sie in ihren Grundfesten erschüttert. Im historischen Vergleich könnte es diesmal sehr heikel werden.
Englands Jüngste sind trotz ihres jugendlichen Überschwangs schon ziemlich altklug: Der Bombay Bicycle Club rockt Köln nieder - und erweist sich als beste Newcomer-Band seit Jahren.
Frontalangriff auf die „New York Times“: Von April an wird Rupert Murdochs „Wall Street Journal“ in der Stadt mit einem umfassenden Lokalteil präsent sein. Die Werbekunden warten schon.
Die politischen Ränkespiele innerhalb der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ nehmen langsam groteske Züge an. Jetzt erklärte auch die Publizistin Helga Hirsch ihren Rücktritt. Über das Löschen ideologischer Schwelbrände kommt die konzeptuelle Arbeit kaum voran.
Benedikt XVI. lässt sich malen, die Leipziger Buchpreis-Jury lässt sich lumpen, das Burgtheater verspricht eine Uraufführung, die Tagesthemen haben versagt, Placido Domingo sagt ab, Jens Daniel Herzog sagt zu und Kontiki soll verfillmt werden.
In der Wiener Albertina hat der Maler Markus Lüpertz eine Deutschstunde der markigen Art erteilt: Stilvolle Gegenwartszernichterei, die nichts und niemanden schonte. Man hätte stundenlang zuhören können.
Er war ein Sänger für schwierige Aufgaben: für die Darstellung komplexer Charaktere. Sein Repertoire war umfangreicher als das aller seiner Fachkollegen: Zum Tod des großen englischen Tenors und Charakterdarstellers Philip Langridge.
Je monumentaler seine Werke, desto höhnischer sein Blick auf die Gattung: Der deutsche Bildhauer Thomas Schütte hat zuletzt der Landessparkasse Oldenburg eine provozierende Skulptur vor die Tür gesetzt. Jetzt feiert ihn Madrids Museum Reina Sofía.
Die Reformpädagogik wollte das Kind „ganzheitlich“ sehen und erziehen. Nach den Berichten über den Missbrauch an der Odenwaldschule klingen solche Ansprüche fatal. Die Ideologie der Schule als Gemeinschaft neigt dazu, sie in etwas zu verzaubern, was im Extrem unmenschlich ist.
Musikschulen, Bibliotheken, Theater: Überall stehen kommunale Kultureinrichtungen vor Kürzungen, im schlimmsten Fall vor dem Aus. Ein Nothilfefonds mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt könnte Abhilfe schaffen, aber nicht nur die Verfassung steht dagegen.
Was meinte Max Frisch, als er vom „Alleinsein im Dschungel der Unsagbarkeiten“ schrieb? Macht der Druck der Diktatur die Literatur der DDR der westdeutschen überlegen? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
In „Agora“ fürchten sich die Männer vor Rachel Weisz, in „Die Fremde“ mit Sibel Kekilli um das Ansehen der Familie, in „Ausnahmesituation“ bangt Harrison Ford um das Leben seiner Kinder: Filme, die am Donnerstag in die Kinos kommen.
Er ist einer der einflussreichsten Visionäre der Jazzgeschichte, eine der letzten überlebenden großen Gestalterpersönlichkeiten aus dem vergangenen Jahrhundert: Dem Saxophonisten Ornette Coleman zum Achtzigsten.
Endlich Kameras: Ein „Extra-Spezial“ berichtete vom Kampf der Kulturen in Bad Godesberg - und feierte RTL als integrative Kraft. Eine Frühkritik von Matthias Hannemann.
Tagesaktuelle Geschehnisse, in der Geschichte gefunden: In ihrem Comic „Das variable Kalendarium“ lässt Kat Menschik großartige wie erschreckende Ereignisse als grafisches Feuerwerk erstrahlen.
 

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