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TOP Meldungen zur Kulturpolitik

Die kommende Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft findet vom 29. Januar bis zum 01. Februar 2009 in Erlangen statt. In Kooperation mit dem Theater Erlangen und dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auf einem öffentlichen Symposium möchte die Dramaturgische Gesellschaft unter dem Leitbegriff „Europa“ insbesondere die aktuellen Kooperationsmodelle und Perspektiven europäischer Theater untersuchen. Untermalt wird Das bunte Veranstaltungsprogramm mit Tischgesprächen, Vorträgen, Podiumsgesprächen und Projektpräsentationen. Im Zentrum der Tagung ist die Überprüfung der Möglichkeiten und der Grenzen eines europaweiten Theateraustauschs, der im Zusammenhang mit der europäischen Einigung eine intensive kulturpolitische Förderung vernetzt.

Zwischen 1996 und 2005 hat der internationale Weltmarkt für Güter und Dienstleistungen der Creative Industries fast verdoppelt, laut dem aktuellen „Creative Economy Report 2008“ der UNCTAD. Das „kreative“ Volumen kletterte von 227.4 Mrd. auf 424.4 Mrd. Dollars, das entspricht 3,4 Prozent des Welthandels insgesamt. Die Dominanz der Industriestaaten bleibt konstant  spürbar, doch die Entwicklungsländer haben ihren Anteil am Export Jahr um Jahr auch erhöhen können. Er stieg bis 2005 um ca. 12 %. Entscheidenden Anteil an diesem aktuellen Trend setzt China, das mittlerweile als der größte Exporteur von kreativen Gütern ist und fast ein Fünftel des Weltmarktes abdeckt. Allerdings konstatiert UNCTAD auch: „Unglücklicherweise ist die große Mehrheit der Entwicklungsländer noch nicht in der Lage, ihre kreativen Kapazitäten für diese Entwicklung zu nutzen.“
In dieser Gruppe steht Europa an oberster Stelle. Europa dominiert hier den Welthandel zur Hälfte, vergleichsweise zu USA (23 Prozent) und Japan (15 Prozent).
Die Berechnungs-Grundlage bildet die Definition der Creative Industries, die UNCTAD aus mehreren Modellen entwickelt hat.
Demnach umfassen sie
  • „the cycles of creation, production and distribution of goods and services that use creativity and intellectual capital as primary inputs;
  • constitute a set of knowledge-based activities, focused on but not limeted to arts, potentially generating revenues from trade and intellectual property rights;
  • comprise tangible products and intangible intellectual or artistic services with creative content, economic value and market objectives;
  • are at the cross-road among the artisan, services and industrial sectors; and
  • constitute a new dynamic sector in world trade.”
Der Report wurde von einer speziellen Arbeitsgruppe verfasst, an der neben UNCTAD weitere UN-Organisationen kooperativ waren, laut UNDP, UNESCO, WIPO und ITC. In der Einleitung informiert das Dokument über eine Übersicht der gängigsten Diskussionen zum Thema und zu Stichworten wie Creative Class, Creative City und Cluster. In diesem Zusammenhang beschreibt der Report die Creative Economy als treibende Kraft für wirtschaftliches Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung:
  • „It can foster income-generation, job creation and export earnings while promoting social inclusion, cultural diversity and human development.
  • It embraces economic, cultural and social aspects interacting with technology, intellectual property and tourism objectives.
  • It is a set of knowledge-based economic activities with a development dimension and cross-cutting linkages at macro and micro levels to the overall economy.
  • It is a feasible development option calling for innovative, multidisciplinary policy responses and interministerial action.
  • At the heart of creative economy are the creative industries.”
Der Report ist die erste globale Studie der UN zum Thema Creative Industries. Er soll das Verständnis der erleichtern und helfen, die Schlüsselbegriffe zu begreifen, die die nationalen und internationalen Debatten prägen.
Thüringen gilt noch immer als Land mit der höchsten Kulturdichte – als Summe einer Vielfalt aus Museen, Kulturdenkmälern, Theatern, Orchester, Bibliotheken und regionalen Initiativen. Den Erhalt und die Entwicklung dieser Kulturvielfalt zu unterstützen, hat sich die Kulturinitiative Thüringen als Zusammenschluss kultureller Einrichtungen und engagierter Bürger zur Aufgabe gemacht

Doch Kultur ist nicht nur Überlieferung. Kultur ist lebendig, bunt, unterhaltsam, Familienereignis und Abwechslung. Nicht zuletzt ist Kultur auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Nach der Ankündigung des Kulturabbaus durch das Kultusministerium bei den Orchestern und Theatern im Juli 2006, ist hier durch die nahezu völlige Rücknahme der geplanten Kürzungen und große Opfer der meisten Beschäftigten eine schwer erkämpfte, nur scheinbare ruhigere Phase eingetreten. In anderen Kulturbereichen wurde gar nicht erst diskutiert. Die Debatte um die verringerten Kulturinvestitionen des Landes hat insoweit Klarheit gebracht, dass Stolz und Selbstverständnis gegenüber einer
einzigartigen Thüringer Kultur durchaus nichts Selbstverständliches in Bevölkerung und Politik ist. Nach anfänglichem, schnell aufgegebenen, weil nicht mehr haltbaren Sparargument des Ministeriums, wird jedoch weiterhin versucht, die Kulturinvestitionen auf deutlich zu niedrigem Niveau einzufrieren und einer so genannten »Freiwilligkeit« zu überlassen. Der Kulturabbau, der seit Jahren in vollem Gange ist, wird weder dringend berechtigten Bildungsforderungen noch den traditionsreichen Besonderheiten Thüringens gerecht.

In einem ersten Treffen Thüringer Kulturverbände und Kulturinstitutionen auf der Wartburg am 17. November 2007 haben die Initiatoren zur Stärkung des Kulturbewusstseins beschlossen, eine Kulturkonferenz und einen Kulturtag in 2008 für Thüringen zu begründen. In einer gemeinsamen Erklärung ruft die Kulturinitiative Thüringen deshalb für den 6. Juli 2008 alle Thüringer und ihre Gäste auf, am ersten KULTURTAG THÜRINGEN bewusst kulturelle Einrichtungen in den Regionen zu besuchen - seien es Museen, Theater, Musik- oder Literaturveranstaltungen, Ateliers oder Ausstellungen. »Kultur erleben« soll das Motto und Anstoß dafür sein, kulturelle Institutionen und Initiativen als Erlebnis- und
Ereignisorte für die Menschen in allen Thüringer Regionen wahrzunehmen.

In einer thüringenweiten Aktion werden die Veranstaltungen durch Flyer und Plakate, durch Presse und im Internet unter einem einheitlichen Logo veröffentlicht. Zahlreiche Institutionen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Neben Veranstaltungen in verschiedenen Orten wird es am Sonntag, 6. Juli 2008, 11:00 Uhr eine zentrale Eröffnungsveranstaltung in Gotha, Schloss Friedenstein, geben, an der sich auch Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Enquetekommission Kultur zur Diskussion
stellen werden.

Quelle:

http://www.kulturmanagement.net/beitraege/prm/39/v__d/ni__698/index.html

Der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, hat bei der Frühjahrstagung des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) im Bundeskanzleramt vom 16. bis 17. April 2008 in Berlin die "Nationale Initiative Printmedien Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie" gestartet. Der Staatsminister betonte: "Mit der Nationalen Initiative Printmedien werden wir ein bundesweites Netzwerk schaffen, unter dessen Dach die beteiligten Akteure das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Printmedien als politische Leitmedien stärken wollen. Insbesondere für junge Menschen sollte das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften wieder selbstverständlicher werden. Die Aktivitäten der Initiative knüpfen an die erfolgreichen Projekte der einzelnen Mitglieder an und werden mit der Nationalen Initiative Printmedien nicht bloß punktuelle Maßnahmen, sondern eine auf Dauer angelegte Kampagne ins Werk setzen." Zum Problem der Internetangebote von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten äußerte Bernd Neumann: "Bei der anstehenden Änderung des Rundfunkstaatsvertrages möchte ich auf einen möglichst fairen Ausgleich der Interessen der Printmedien und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hinwirken. Dies wird umso besser gelingen, je weiter wir den Funktionsauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auch mit Hilfe aussagekräftiger Selbstbeschränkungen konkretisieren können."Des Weiteren kritisierte der Staatsminister in seiner Rede auch die aktuellen Bestrebungen der Europäischen Union, die Werbefreiheit weiter beschränken zu wollen: "Besonders mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der Printmedien, halte ich Werbebeschränkungen für sehr bedenklich."
Der Staatsminister überreichte anschliessend den Preis für Bürger- und Verbrauchernähe "Durchblick". Die Preisträger sind die Anzeigenblätter "Passauer Woche", "Freiburger Wochenbericht" und "Das BLV" aus Bremen. Neben Gestaltung, Service- und Ratgeberleistung honoriert der Preis auch journalistische Leistung.

2008 schafft die Stadt Eisenach ihr Musiktheater ab und halbiert ihr Orchester. Da ist das offizielle Jahresmotto besonders treffend: "Eisenach - die Wartburgstadt glänzte immer durch Musik". Oberbürgermeister Matthias Doht (SPD) findet nichts dabei, das Jahr der kulturpolitischen Bankrotterklärung zum Musikjahr zu küren - so die Thüringer Allgemeine [ weiter ... ]

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle lädt ein: "In letzter Zeit haben verschiedene Städte versucht, ihre Position im Standortwettbewerb durch eine gezielte Förderung von wissensintensiven und kreativen Branchen zu verbessern. Eine dieser Branchen ist die Medienwirtschaft, die eng mit anderen Bereichen der Kreativwirtschaft verknüpft ist. Der Workshop hat die Aufgabe, die Potentiale und Strategien verschiedener Städte im Bereich der Medienwirtschaft zu vergleichen. Ein besonderer Fokus soll dabei auf die Möglichkeiten einer Abstimmung zwischen der Medien- und Kreativwirtschaft auf der einen Seite und der Stadtentwicklungspolitik auf der anderen Seite gelegt werden."
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Zum Tagungsprogramm [ weiter ... ]

Die Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) hat in einem 15-Punkte-Katalog die Politik in Bund und Länder aufgefordert, ein stabileres kulturwirtschaftliches Umfeld für die Klein- und Kleinstunternehmer der Designbranche zu schaffen. Das reicht von der unkomplizierten urheberrechtlichen Anerkennung von Designleistungen von bis zur Änderungen von Wettbewerbs- und Vergabevefahren. Konsequenterweise sollten Designleistungen dann mit 7% Mehrwertsteuer besteuert werden. "Eine vom Bundesfinanzhof geforderte nachträgliche Einzel-Bewertung ist weder praktikabel noch rechtsverbindlich. Evtl. Nachforderungen der Finanzbehörden aufgrund der Aberkennung der Schutzfähigkeit könnten die Existenz des Freiberuflers gefährden." Zum Forderungskatalog der AGD [ weiter ... ]

Der AGD läutet damit die nächste Runde in der Befassung mit der Kultur- und Kreativwirtschaft ein: Nach dem Staunen der Politik über die wirtschaftliche Bedeutung von Kultur ist nun Politik gefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesregierung hat folgerichtig im Herbst 2007 neue Zuständigkeiten in den Ministerium - BKM und BMWi - geschaffen. Aus dem BMWi liegt bereits ein erstes Positionspapier vor. Zum Positionspapier des Wirtschaftsministeriums [ weiter ... ]

Nachdem Staatsminister Bernd Neumann angekündigt hat, einen Preis für wertvolle Computerspiele mit 300.000 EUR zu fördern, erreicht der Streit um den Kulturbegriff "Computerspiel" einen Tiefpunkt: Zwar begrüßt der Deutsche Kulturrat die Initiative von Staatsminister Neumann, doch der Deutsche Musikrat moniert, dass dies verfrüht sei, "weil durch öffentliche Sparmaßnahmen "noch immer vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu einer qualitätsgesicherten und kontinuierlichen musikalischen Bildung verwehrt" werde." Im Klartext: Erst mehr öffentliche Musikförderung, dann gibt es auch bessere Computerspiele. Auch wenn dies zwar guter Lobbyismus sein mag, ändert es nichts an der Hinwendung der Jugendlichen zu Games - statt zur Musik. Der Musikrat muss diese Schlacht im Kinderzimmer bzw. online schlagen. Heise berichtet [ weiter ... ]

Mit mehr als 109 Millionen Besuchen im Jahr 2006 weiterhin großes Interesse an Museen und Ausstellungshäusern, meldet der Deutsche Museumsbund unter Berufung auf eine aktuelle Veröffentlichung des Instituts für Museumsforschung.

"Welche Konsequenzen diese Entwicklung für die Kulturpolitik hat, ist indes noch nicht immer deutlich zu erkennen" - so der Veranstalter einer Tagung vom 15 - 17. Februar in Loccum. "Wie wird sich das Verhältnis zwischen dem klassischen Gebiet kulturpolitischer Anstrengungen im öffentlichen Sek­tor und dem begrifflich neu abgesteckten Terrain der Kulturwirtschaft entwickeln? Für diese grundsätzlichen Fragen werden aus der Perspektive der Kulturpolitik in naher Zukunft Antworten gefunden werden müssen." Den Link zum Programm und zur Anmeldung (Tagungsbeitrag 160 EUR) etc. finden Sie in unserem Kalender.

 

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