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TOP Meldungen zur Kulturpolitik

Oberbürgermeister Peter Kurz im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung: "Mannheim muß sein Profil noch schärfen." "Wir müssen unsere Stärken besser positionieren, damit wir den Kampf um Köpfe gewinnen", so Kurz. Damit meint er: Die Stadt muss für gutverdienende Menschen ab 50 oder 60 Jahre als Wohnort wieder attraktiv werden. Denn momentan ist die Quadratestadt etwas "janusköpfig". Einerseits kommt sie bei der Wertschöpfung gleich nach Stuttgart, andererseits haben ihre Bewohner aber die geringste Kaufkraft. Damit sich das ändert, strebt der 45-jährige Sozialdemokrat eine Imagekampagne nach innen und nach außen an. Mit der Forcierung der Kreativwirtschaft (Musikpark und Popakademie) ist ein Anfang gemacht. "Wir müssen unsere Potenziale weiter stärken", so Kurz.
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In einem Interview äußerte sich die EU-MedienkommissarinViviane Reding gegen eine Ausweitung der Internet-Aktivitäten von ARD und ZDF. Es sei nicht einzusehen, warum unlauter Wettbewerb mit GEZ Gelder gemacht werden soll, Dies solle die Politik auch nicht zulassen. Außerdem riskiere eine öffentlich-rechtliche Online-Presse "in Konflikt mit dem europäischen Wettbewerbsrecht zu geraten". Den Gesetzgeber forderte Reding auf, den Entwurf des neuen Rundfunkstaatsvertrags erneut zu überarbeiten. "Wer glaubt, es bei der Regelung belassen zu können, dass ARD und ZDF lediglich keine 'Zeitungen und Zeitschriften in elektronischer Form' anbieten dürfen, der will sich offenbar nicht an die europäischen Spielregeln halten", betonte die Medienkommissarin. Falls Deutschland den öffentlich-rechtlichen Auftrag gesetzlich klar festschreiben würde und die besonderen Wettbewerbssituationen im Online-Bereich in Rechnung stellt, würde sich die Kommission nicht einmischen brauchen.

Im Rahmen der Veranstaltung „Computer.Spiel.Kultur“ am 27. Mai im Auswärtigen Amt in Berlin, wurden Studenten der Universität Leipzig und Schüler der Willy-Brandt-Schule Warschau im Ministerium die Möglichkeit eingeräumt, eine so genannte LAN-Party zu veranstalten. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier war vor Ort und definierte seinen Bezug zu Computerspielen. Computerspiele sind auch Kultur! Diese Meinung vertrat er auf der „Computer.Spiel.Kultur“ und betonte: „Insofern verstehe ich unsere Veranstaltung heute Abend nicht etwa als ein einleitendes Beispiel dafür, dass wir Goethe durch Games ersetzen wollen, sondern wir wollen beides.“Es sprachen außerdem auch Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, und Class Oehler vom G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen.
In seinem Grußwort thematisierte Steinmeier weiterhin auch die bedenklichen Seiten von Computerspielen. Besonders ging er auf die allgemeine Mediennutzung in den so genannten bildungsfernen Schichten ein. Die Nutzung sei definitiv zu hoch. Steinmeier verriet auch, welchen privaten Bezug er zum Thema Computerspiele hat: "Ich weiß, wenn sich meine Tochter zu Hause in den Keller verabschiedet und sagt 'Ich gehe jetzt mal eine Stunde Sims spielen', dass das was ganz Spannendes sein muss.“

Der schleswig-holsteinische FDP-Landesvorsitzende Jürgen Koppelin, MdB, erklärte heute in Kiel zur Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zu den "Kulturausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden", (Bundestagsdrucksache 16/8971):
"Es ist erschreckend, dass die Antwort der Bundesregierung feststellt, dass das Land Schleswig-Holstein fast Schlusslicht aller Bundesländer in der Kulturförderung ist und nur noch vom Saarland unterboten wird. Nach Auskunft der Bundesregierung beträgt der Anteil der Kulturförderung in Schleswig-Holstein am Gesamthaushalt nur 1,4 %. Viele Bundesländer engagieren sich bedeutend mehr als das Land Schleswig-Holstein. Auf die Einwohnerzahl des Landes gerechnet ist Schleswig-Holstein ebenfalls mit Abstand Schlusslicht in den Kulturausgaben, auch hier nur noch vom Saarland unterboten.
Es ist bezeichnend, dass die Kulturausgaben des Landes Schleswig-Holstein zurückbleiben. Eine Kulturbeauftragte in der Staatskanzlei ist eben noch keine Kulturförderung. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen muss an seine eigenen Aussagen erinnert werden: "Kulturpolitik wird künftig im Zentrum der Landespolitik stehen. Das bedeutet: Kultur ist Chefsache, der Chef der Staatskanzlei ist qua Amt auch Kulturstaats¬sekretär und zusätzlich gibt es eine Kulturbeauftragte. Dazu kommt, dass die Kulturabteilung an die Staatskanzlei angebunden ist. Kultur und Kulturschaffende brauchen einen Ministerpräsidenten, der sich um ihre Interessen kümmert, und genau das will ich tun." (O-Ton Carstensen)
Die Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass von den Versprechen und Zusagen des Ministerpräsidenten nichts übrig geblieben ist", so Koppelin. "Die FDP fordert den Ministerpräsidenten auf, dafür zu sorgen, dass der Kulturbereich nicht weiter völlig zur Nebensächlichkeit der Staatskanzlei verkommt. Kulturförderung ist keine Subvention, sondern eine Investition in unsere Zukunft."

Museen und Archive können nun ferner Kulturgüter in das nationale Verzeichnis vermerken lassen. Dies betonte Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz heute früh in Magdeburg. Nach der neuen Verordnung sind Eigentümer von Kultur- oder Archivgut und Leiter von öffentlichen Museen, Bibliotheken und Archiven berechtigt, die Anträge auf eine Eintragung in das "Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes" oder in das "Verzeichnis national wertvoller Archive" einzustellen. Der an das zuständige Ministerium zu stellende Antrag ist erst dann begründet, wenn die Ausführung des Kulturgutes den wesentlichen Verlust für den deutschen Kulturbesitz bedeut oder wenn das Archiv eine wichtige Bedeutung für die deutsche politische Geschichte und für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte darstellt. Zuvor war das Antragsrecht nicht konkret geregelt. Das Verzeichnis erfasst nun Güter, die nach ihrem Eintrag im Ausland veräußert wurden und nun zurückgefordert werden können. "Damit soll verhindert werden, dass diese bedeutsamen Werke über dunkle Kanäle aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden", sagte daraufhin der Innenminister Holger Hövelmann (SPD).

Die kommende Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft findet vom 29. Januar bis zum 01. Februar 2009 in Erlangen statt. In Kooperation mit dem Theater Erlangen und dem Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auf einem öffentlichen Symposium möchte die Dramaturgische Gesellschaft unter dem Leitbegriff „Europa“ insbesondere die aktuellen Kooperationsmodelle und Perspektiven europäischer Theater untersuchen. Untermalt wird Das bunte Veranstaltungsprogramm mit Tischgesprächen, Vorträgen, Podiumsgesprächen und Projektpräsentationen. Im Zentrum der Tagung ist die Überprüfung der Möglichkeiten und der Grenzen eines europaweiten Theateraustauschs, der im Zusammenhang mit der europäischen Einigung eine intensive kulturpolitische Förderung vernetzt.

Zwischen 1996 und 2005 hat der internationale Weltmarkt für Güter und Dienstleistungen der Creative Industries fast verdoppelt, laut dem aktuellen „Creative Economy Report 2008“ der UNCTAD. Das „kreative“ Volumen kletterte von 227.4 Mrd. auf 424.4 Mrd. Dollars, das entspricht 3,4 Prozent des Welthandels insgesamt. Die Dominanz der Industriestaaten bleibt konstant  spürbar, doch die Entwicklungsländer haben ihren Anteil am Export Jahr um Jahr auch erhöhen können. Er stieg bis 2005 um ca. 12 %. Entscheidenden Anteil an diesem aktuellen Trend setzt China, das mittlerweile als der größte Exporteur von kreativen Gütern ist und fast ein Fünftel des Weltmarktes abdeckt. Allerdings konstatiert UNCTAD auch: „Unglücklicherweise ist die große Mehrheit der Entwicklungsländer noch nicht in der Lage, ihre kreativen Kapazitäten für diese Entwicklung zu nutzen.“
In dieser Gruppe steht Europa an oberster Stelle. Europa dominiert hier den Welthandel zur Hälfte, vergleichsweise zu USA (23 Prozent) und Japan (15 Prozent).
Die Berechnungs-Grundlage bildet die Definition der Creative Industries, die UNCTAD aus mehreren Modellen entwickelt hat.
Demnach umfassen sie
  • „the cycles of creation, production and distribution of goods and services that use creativity and intellectual capital as primary inputs;
  • constitute a set of knowledge-based activities, focused on but not limeted to arts, potentially generating revenues from trade and intellectual property rights;
  • comprise tangible products and intangible intellectual or artistic services with creative content, economic value and market objectives;
  • are at the cross-road among the artisan, services and industrial sectors; and
  • constitute a new dynamic sector in world trade.”
Der Report wurde von einer speziellen Arbeitsgruppe verfasst, an der neben UNCTAD weitere UN-Organisationen kooperativ waren, laut UNDP, UNESCO, WIPO und ITC. In der Einleitung informiert das Dokument über eine Übersicht der gängigsten Diskussionen zum Thema und zu Stichworten wie Creative Class, Creative City und Cluster. In diesem Zusammenhang beschreibt der Report die Creative Economy als treibende Kraft für wirtschaftliches Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung:
  • „It can foster income-generation, job creation and export earnings while promoting social inclusion, cultural diversity and human development.
  • It embraces economic, cultural and social aspects interacting with technology, intellectual property and tourism objectives.
  • It is a set of knowledge-based economic activities with a development dimension and cross-cutting linkages at macro and micro levels to the overall economy.
  • It is a feasible development option calling for innovative, multidisciplinary policy responses and interministerial action.
  • At the heart of creative economy are the creative industries.”
Der Report ist die erste globale Studie der UN zum Thema Creative Industries. Er soll das Verständnis der erleichtern und helfen, die Schlüsselbegriffe zu begreifen, die die nationalen und internationalen Debatten prägen.
Thüringen gilt noch immer als Land mit der höchsten Kulturdichte – als Summe einer Vielfalt aus Museen, Kulturdenkmälern, Theatern, Orchester, Bibliotheken und regionalen Initiativen. Den Erhalt und die Entwicklung dieser Kulturvielfalt zu unterstützen, hat sich die Kulturinitiative Thüringen als Zusammenschluss kultureller Einrichtungen und engagierter Bürger zur Aufgabe gemacht

Doch Kultur ist nicht nur Überlieferung. Kultur ist lebendig, bunt, unterhaltsam, Familienereignis und Abwechslung. Nicht zuletzt ist Kultur auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Nach der Ankündigung des Kulturabbaus durch das Kultusministerium bei den Orchestern und Theatern im Juli 2006, ist hier durch die nahezu völlige Rücknahme der geplanten Kürzungen und große Opfer der meisten Beschäftigten eine schwer erkämpfte, nur scheinbare ruhigere Phase eingetreten. In anderen Kulturbereichen wurde gar nicht erst diskutiert. Die Debatte um die verringerten Kulturinvestitionen des Landes hat insoweit Klarheit gebracht, dass Stolz und Selbstverständnis gegenüber einer
einzigartigen Thüringer Kultur durchaus nichts Selbstverständliches in Bevölkerung und Politik ist. Nach anfänglichem, schnell aufgegebenen, weil nicht mehr haltbaren Sparargument des Ministeriums, wird jedoch weiterhin versucht, die Kulturinvestitionen auf deutlich zu niedrigem Niveau einzufrieren und einer so genannten »Freiwilligkeit« zu überlassen. Der Kulturabbau, der seit Jahren in vollem Gange ist, wird weder dringend berechtigten Bildungsforderungen noch den traditionsreichen Besonderheiten Thüringens gerecht.

In einem ersten Treffen Thüringer Kulturverbände und Kulturinstitutionen auf der Wartburg am 17. November 2007 haben die Initiatoren zur Stärkung des Kulturbewusstseins beschlossen, eine Kulturkonferenz und einen Kulturtag in 2008 für Thüringen zu begründen. In einer gemeinsamen Erklärung ruft die Kulturinitiative Thüringen deshalb für den 6. Juli 2008 alle Thüringer und ihre Gäste auf, am ersten KULTURTAG THÜRINGEN bewusst kulturelle Einrichtungen in den Regionen zu besuchen - seien es Museen, Theater, Musik- oder Literaturveranstaltungen, Ateliers oder Ausstellungen. »Kultur erleben« soll das Motto und Anstoß dafür sein, kulturelle Institutionen und Initiativen als Erlebnis- und
Ereignisorte für die Menschen in allen Thüringer Regionen wahrzunehmen.

In einer thüringenweiten Aktion werden die Veranstaltungen durch Flyer und Plakate, durch Presse und im Internet unter einem einheitlichen Logo veröffentlicht. Zahlreiche Institutionen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Neben Veranstaltungen in verschiedenen Orten wird es am Sonntag, 6. Juli 2008, 11:00 Uhr eine zentrale Eröffnungsveranstaltung in Gotha, Schloss Friedenstein, geben, an der sich auch Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Enquetekommission Kultur zur Diskussion
stellen werden.

Quelle:

http://www.kulturmanagement.net/beitraege/prm/39/v__d/ni__698/index.html

Der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, hat bei der Frühjahrstagung des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) im Bundeskanzleramt vom 16. bis 17. April 2008 in Berlin die "Nationale Initiative Printmedien Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie" gestartet. Der Staatsminister betonte: "Mit der Nationalen Initiative Printmedien werden wir ein bundesweites Netzwerk schaffen, unter dessen Dach die beteiligten Akteure das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Printmedien als politische Leitmedien stärken wollen. Insbesondere für junge Menschen sollte das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften wieder selbstverständlicher werden. Die Aktivitäten der Initiative knüpfen an die erfolgreichen Projekte der einzelnen Mitglieder an und werden mit der Nationalen Initiative Printmedien nicht bloß punktuelle Maßnahmen, sondern eine auf Dauer angelegte Kampagne ins Werk setzen." Zum Problem der Internetangebote von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten äußerte Bernd Neumann: "Bei der anstehenden Änderung des Rundfunkstaatsvertrages möchte ich auf einen möglichst fairen Ausgleich der Interessen der Printmedien und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hinwirken. Dies wird umso besser gelingen, je weiter wir den Funktionsauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auch mit Hilfe aussagekräftiger Selbstbeschränkungen konkretisieren können."Des Weiteren kritisierte der Staatsminister in seiner Rede auch die aktuellen Bestrebungen der Europäischen Union, die Werbefreiheit weiter beschränken zu wollen: "Besonders mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der Printmedien, halte ich Werbebeschränkungen für sehr bedenklich."
Der Staatsminister überreichte anschliessend den Preis für Bürger- und Verbrauchernähe "Durchblick". Die Preisträger sind die Anzeigenblätter "Passauer Woche", "Freiburger Wochenbericht" und "Das BLV" aus Bremen. Neben Gestaltung, Service- und Ratgeberleistung honoriert der Preis auch journalistische Leistung.

2008 schafft die Stadt Eisenach ihr Musiktheater ab und halbiert ihr Orchester. Da ist das offizielle Jahresmotto besonders treffend: "Eisenach - die Wartburgstadt glänzte immer durch Musik". Oberbürgermeister Matthias Doht (SPD) findet nichts dabei, das Jahr der kulturpolitischen Bankrotterklärung zum Musikjahr zu küren - so die Thüringer Allgemeine [ weiter ... ]

 

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